Wärmepumpe auswählen wie ein Profi: Ihr Guide zur Top-Entscheidung

Wussten Sie, dass Sie mit einer richtig ausgewählten Wärmepumpe bis zu 70% der Betriebskosten im Vergleich zu herkömmlichen Gas- oder Ölheizungen einsparen können?

Tatsächlich erzeugen moderne Wärmepumpen aus 75% Umweltwärme und nur 25% Antriebsenergie ganze 100% Nutzwärme für Ihr Zuhause. Das macht sie nicht nur zu einer umweltfreundlichen, sondern auch wirtschaftlich attraktiven Alternative für nahezu jedes Gebäude.

Allerdings hängt die Effizienz einer Wärmepumpe stark vom sogenannten Temperaturhub ab. Besonders für Altbauten stellt sich daher oft die Frage: Lohnt sich eine Wärmepumpe überhaupt? Die gute Nachricht: Eine Wärmepumpe im Altbau kann durchaus ökonomische und ökologische Vorteile bieten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Investitionskosten können je nach Gebäude erheblich variieren. So kostet beispielsweise eine Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa 38.000 CHF. Doch keine Sorge – in diesem Artikel erfahren wir gemeinsam, worauf es bei der Auswahl einer Wärmepumpe wirklich ankommt, welches System für Ihre Bedürfnisse optimal ist und wie Sie langfristig von dieser zukunftsweisenden Technologie profitieren können. Mehr zum Thema Beratung finden Sie unter der Webseite https://www.stiebel-eltron.ch/de/home/waermepumpen-ratgeber/uebersicht.html

Was ist eine Wärmepumpe und wie funktioniert sie?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen nutzt die Wärmepumpe eine geniale physikalische Eigenschaft: Sie gewinnt Energie aus der Umgebung und verwandelt sie in nutzbare Wärme für Ihr Zuhause.

Grundprinzip der Wärmepumpentechnik

Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe ähnelt dem eines Kühlschranks – nur umgekehrt. Während der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und nach aussen abgibt, entnimmt die Wärmepumpe der Umwelt Wärme und führt sie dem Haus zu. Diese Technik basiert auf dem physikalischen Joule-Thompson-Phänomen, bei dem Gase bei Expansion ohne äussere Arbeitsleistung ihre Temperatur verändern.

Der thermodynamische Prozess läuft in einem geschlossenen Kreislauf mit einem Kältemittel ab, das einen sehr niedrigen Siedepunkt besitzt. Dieser Kreislauf durchläuft vier Schritte:

  1. Verdampfen: Im Verdampfer nimmt das flüssige Kältemittel Umgebungswärme auf und verdampft.
  2. Verdichten: Der Verdichter komprimiert das gasförmige Kältemittel, wodurch es sich stark erhitzt.
  3. Verflüssigen: Im Kondensator gibt das heisse Gas seine Wärme an das Heizsystem ab und wird wieder flüssig.
  4. Entspannen: Im Expansionsventil wird der Druck abgebaut, das Kältemittel kühlt ab und der Kreislauf beginnt erneut.

Die Wärmepumpe kann ihre Energie aus verschiedenen Quellen beziehen: der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Je nach genutzter Wärmequelle unterscheidet man zwischen Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

Unterschied zu klassischen Heizsystemen

Der fundamentale Unterschied zu herkömmlichen Heizsystemen liegt in der Energiequelle. Klassische Öl- und Gasheizungen verbrennen fossile Brennstoffe, um Wärme zu erzeugen. Die Wärmepumpe hingegen nutzt überwiegend erneuerbare Energien aus der Umwelt.

Besonders beeindruckend: Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom erzeugt eine Wärmepumpe je nach System drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Im Gegensatz dazu können klassische Heizsysteme nie mehr Energie liefern, als sie verbrauchen. Diese Effizienz wird mit der Leistungszahl (COP) oder der Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen.

Zudem entfällt bei der Wärmepumpe die direkte Verbrennung vollständig. Dadurch fallen weder Kaminreinigung noch regelmässige Brennerwartungen an – ein weiterer Unterschied zu fossilen Heizsystemen.

Vorteile für Umwelt und Energieverbrauch

Die Umweltvorteile der Wärmepumpe sind erheblich. Der CO₂-Ausstoss einer Wärmepumpe liegt etwa 90% niedriger als bei einer Gas- oder Ölheizung. Zudem entstehen keinerlei Feinstaubemissionen, die bei allen Verbrennungsprozessen anfallen.

Energetisch betrachtet beziehen moderne Wärmepumpen bis zu 75-80% ihrer Energie kostenlos aus der Umwelt. Sie setzen kostenlose und unbegrenzt verfügbare Energiequellen ein, was die Betriebskosten deutlich reduziert.

Ein zusätzlicher Vorteil: Kombiniert man die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage, verbessert sich die Ökobilanz weiter. In diesem Fall wird die ohnehin schon umweltfreundliche Wärmepumpe nahezu klimaneutral.

Die Flexibilität ist ebenfalls bemerkenswert. Abhängig von Ihren Bedürfnissen können Sie zwischen verschiedenen Wärmepumpentypen wählen. Ausserdem ist die Wärmepumpe das einzige Heizsystem, das sowohl heizen als auch kühlen kann – eine praktische Funktion für heisse Sommertage.

Darüber hinaus punkten Wärmepumpen mit langer Lebensdauer und minimalen Wartungskosten. Da keine Verschleissteile wie Brenner oder Kessel vorhanden sind, arbeitet die Anlage zuverlässig über Jahrzehnte.

Welche Wärmepumpe passt zu Ihrem Gebäude?

Die richtige Wärmepumpe für Ihr Gebäude zu finden, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Je nach Bausubstanz, verfügbarem Platz und Ihren individuellen Anforderungen gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den verschiedenen Systemen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Vorteile und Grenzen

Luft-Wasser-Wärmepumpen zählen zu den beliebtesten Wärmepumpentypen, besonders bei Altbausanierungen. Ihr grösster Vorteil liegt in der einfachen Installation ohne aufwendige Erdarbeiten. Diese Wärmepumpen können flexibel aufgestellt werden – als Aussen-, Innen- oder Split-Gerät.

Die Anschaffungskosten liegen zwischen 30.000 und 40.000 CHF, was sie zur günstigsten Variante unter den Wärmepumpen macht. Allerdings erreichen sie mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von etwa 3 bis 4 nicht die Effizienz anderer Systeme. Bei niedrigen Aussentemperaturen sinkt ihre Effizienz spürbar.

Ein weiterer Nachteil: Die Geräuschentwicklung der Ausseneinheit kann in dicht bebauten Gebieten problematisch sein, obwohl moderne Modelle deutlich leiser arbeiten als ältere Geräte.

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Für wen lohnt sie sich?

Sole-Wasser-Wärmepumpen, auch Erdwärmepumpen genannt, nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs. Ab einer Tiefe von etwa 10 Metern bleibt die Temperatur das ganze Jahr über bei ungefähr 10°C, was einen effizienten Betrieb auch im Winter ermöglicht.

Diese Wärmepumpen erreichen eine Jahresarbeitszahl von 4 bis 4,5 und können sowohl über Erdsonden (vertikal, 40-100 Meter tief) als auch über Erdkollektoren (horizontal, 1,5 Meter tief) Wärme gewinnen. Die Anschaffungskosten sind mit 50.000 bis 65.000 CHF allerdings deutlich höher als bei Luft-Wasser-Systemen.

Besonders lohnenswert ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für Neubauten mit ausreichend Grundstücksfläche. Während Erdsonden wenig Platz benötigen, brauchen Erdkollektoren eine Fläche, die etwa dem 1,5- bis 2,5-fachen der zu beheizenden Wohnfläche entspricht. Für die Bohrungen ist zudem eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Voraussetzungen und Effizienz

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist der Effizienz-Champion unter den Wärmepumpen. Mit einer Jahresarbeitszahl von bis zu 5 erzeugt sie aus einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf Kilowattstunden Wärme. Sie nutzt die konstante Temperatur des Grundwassers (8-12°C) über ein Brunnen-System.

Allerdings sind die Voraussetzungen anspruchsvoll: Sie benötigen zwei Brunnen mit mindestens 15 Metern Abstand, eine ausreichende Grundwassermenge und -qualität sowie eine behördliche Genehmigung. In Wasserschutzgebieten ist die Installation meist nicht möglich.

Die Kosten für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegen bei etwa 60.000 CHF, wobei die Energiekosten im Betrieb mit rund 720 CHF jährlich am niedrigsten sind.

Luft-Luft-Wärmepumpe: Nur für Spezialfälle

Luft-Luft-Wärmepumpen unterscheiden sich grundlegend von anderen Systemen: Sie übertragen die Wärme direkt auf die Raumluft ohne wasserführendes Heizsystem. Mit einer Jahresarbeitszahl zwischen 4 und 5 arbeiten sie durchaus effizient, haben jedoch bedeutende Einschränkungen.

Sie eignen sich hauptsächlich für Niedrigenergie- oder Passivhäuser und sind für die Altbausanierung kaum geeignet. Ein gravierender Nachteil: Sie können kein Warmwasser bereiten, weshalb ein zusätzliches System erforderlich ist.

Andererseits bieten sie auch Vorteile: Sie können im Sommer als Klimaanlage genutzt werden, haben niedrige CO2-Emissionen und ermöglichen eine Wärmerückgewinnung für kontrollierte Wohnraumlüftung.

Hybridlösungen und Kombinationen mit Solarthermie

Die Verbindung einer Wärmepumpe mit Solarthermie kann die Effizienz des Gesamtsystems deutlich steigern. Solche Hybrid-Wärmepumpen oder Solar-Wärmepumpen kombinieren zwei umweltfreundliche Technologien.

Die Kopplung kann auf zwei Arten erfolgen: Bei der direkten Verbindung erzeugen beide Anlagen Wärme für das Heizsystem und Warmwasser. Bei der indirekten Verbindung wird die Solarthermie-Anlage zur Steigerung der Wärmepumpen-Effizienz genutzt.

Bei der Erwärmung von Trink- und Brauchwasser kann die Solarthermie bis zu 60% der jährlich benötigten Energie liefern. Besonders sinnvoll ist die Kombination mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, da diese allein im Winter weniger effizient arbeitet.

Für eine Wärmepumpe mit Solarthermie-Unterstützung sollten Sie mit Kosten zwischen 20.000 und 40.000 Euro rechnen, wobei die staatliche Förderung durch die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) diese Investition attraktiver macht.

Wichtige Auswahlkriterien für Ihre Entscheidung

Die Wahl einer geeigneten Wärmepumpe hängt von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Für eine effiziente Heizlösung sollten Sie diese Kriterien besonders berücksichtigen:

Vorlauftemperatur und Dämmstandard

Die Vorlauftemperatur ist ein zentraler Faktor für die Effizienz Ihrer Wärmepumpe. Sie bezeichnet die Temperatur, mit der das Heizwasser in Ihr Heizsystem strömt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Wenn Sie die Vorlauftemperatur um nur ein Grad Celsius senken, sparen Sie bereits etwa 2,5% Stromverbrauch. Moderne Wärmepumpen arbeiten bei Vorlauftemperaturen von bis zu 35°C am effizientesten.

Der Dämmstandard Ihres Gebäudes beeinflusst direkt, wie niedrig die Vorlauftemperatur sein kann. Ein gut gedämmtes Haus verliert weniger Energie an die Umwelt, weshalb die Heizung weniger leisten muss und mit niedrigeren Temperaturen auskommt.

Heizkörper oder Fussbodenheizung?

Eine Fussbodenheizung ist der ideale Partner für Wärmepumpen, da sie nur etwa 35°C Vorlauftemperatur benötigt. Dennoch können auch herkömmliche Heizkörper mit einer Wärmepumpe kombiniert werden – hierbei kommt es vor allem auf die Art und Grösse der Heizkörper an.

Besonders geeignet sind:

  • Plattenheizkörper mit grosser Übertragungsfläche
  • Niedertemperaturheizkörper, die für niedrige Vorlauftemperaturen konzipiert sind
  • Wärmepumpenheizkörper mit integrierten Ventilatoren

Hingegen sind alte Guss- und Gliederheizkörper meist ungeeignet, da sie höhere Temperaturen von 65°C und mehr benötigen.

Platzbedarf und Aufstellmöglichkeiten

Je nach Wärmepumpentyp variiert der benötigte Platz erheblich. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt 2 bis 3 Quadratmeter Aufstellfläche bei einer Höhe von bis zu 2 Metern. Bei Split-Varianten benötigen Innen- und Ausseneinheit jeweils 1 bis 1,5 Quadratmeter.

Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen beanspruchen ein Raumvolumen von 1 bis 2 Kubikmetern plus zusätzlichen Platz für Installation und Wartung. Wichtig ist zudem ein Mindestabstand von 2,5 bis 3 Metern zur Nachbargrundstücksgrenze.

Wärmepumpenheizung im Altbau: Was ist zu beachten?

Entgegen früherer Annahmen können Wärmepumpen durchaus auch in Altbauten effizient arbeiten. Allerdings sind einige Voraussetzungen zu erfüllen:

Zunächst sollte die Vorlauftemperatur möglichst unter 55°C liegen. Für einen effizienten Betrieb empfiehlt sich ausserdem ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems. Dadurch wird die Wärmeverteilung optimiert und oft kann die Vorlauftemperatur reduziert werden.

Falls die bestehende Heizung noch intakt ist, bietet sich häufig eine Hybridlösung an, bei der die alte Heizung mit einer Wärmepumpe kombiniert wird.

Wärmepumpe Lebensdauer und Wartung

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Wärmepumpe beträgt 15 bis 20 Jahre. Bei Erdwärmepumpen können die Erdsonden sogar bis zu 50 Jahre halten. Durch regelmässige Wartung lässt sich die Lebensdauer maximieren und die Effizienz erhalten.

Eine Wartung sollte alle ein bis zwei Jahre erfolgen und kostet durchschnittlich etwa 300 Euro pro Jahr. Dabei werden unter anderem Filter und Pumpen der Anlage sowie das Kältemittel überprüft.

Eine regelmässige Wartung verlängert nicht nur die Lebensdauer, sondern schützt auch vor unerwarteten Ausfällen und erhält die optimale Heizleistung.

Kosten, Förderung und Wirtschaftlichkeit

Bei der Investition in eine Wärmepumpe spielen neben technischen Aspekten vor allem die finanziellen Faktoren eine entscheidende Rolle. Die anfänglichen Kosten, laufenden Ausgaben und mögliche Förderungen bestimmen massgeblich die Wirtschaftlichkeit.

Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe variieren je nach Typ erheblich. Luft-Wasser-Wärmepumpen beginnen bei etwa 14.000 bis 15.000 Euro für Splitgeräte und 18.000 bis 19.000 Euro für Monoblock-Anlagen. Erdwärmepumpen (Sole-Wasser) kosten ungefähr 18.000 Euro, während Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit 19.000 bis 20.000 Euro am teuersten sind.

Allerdings machen die reinen Gerätekosten nur einen Teil der Gesamtinvestition aus. Hinzu kommen:

  • Installationskosten: durchschnittlich 3.000 bis 7.500 Euro
  • Erschliessungskosten: bei Erdwärmepumpen 4.500 bis 15.000 Euro
  • Zusätzliche Komponenten wie Pufferspeicher

Für ein komplettes System inklusive Installation müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen 20.000 und 40.000 Euro für ein Einfamilienhaus rechnen.

Betriebskosten und Stromverbrauch

Die jährlichen Betriebskosten einer Wärmepumpe setzen sich hauptsächlich aus Stromkosten und Wartungsausgaben zusammen. Die Stromkosten lassen sich mit folgender Formel berechnen:

Stromverbrauch = Heizwärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Bei einem Einfamilienhaus mit 120m² und einem Wärmebedarf von 20.000 kWh im Altbau würde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer JAZ von 3,5 etwa 5.714 kWh Strom jährlich verbrauchen, was bei 25 Cent pro kWh Stromkosten von 1.428 Euro entspricht. Eine Erdwärmepumpe mit besserer JAZ (4,0) kommt auf 1.250 Euro jährlich.

Die Wartungskosten belaufen sich auf durchschnittlich 150 bis 400 Euro pro Jahr.

Fördermittel von Bund und Ländern

Für den Einbau einer Wärmepumpe gibt es attraktive Förderungen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet Zuschüsse von bis zu 70% der förderfähigen Kosten. Die Grundförderung beträgt 30%, weitere Boni kommen bei bestimmten Voraussetzungen hinzu.

Für eine Wärmepumpe mit Anschaffungskosten von 30.000 Euro bedeutet dies:

  • Grundförderung (30%): 9.000 Euro
  • Maximale Förderung (70%): 21.000 Euro

Die Förderung wird über die KfW-Bank beantragt, wobei Investitionskosten bis 30.000 Euro berücksichtigt werden.

Wärmepumpe Test: Worauf achten beim Kauf?

Beim Wärmepumpenkauf sind mehrere Kriterien entscheidend. Die Stiftung Warentest bewertet vor allem:

  1. Energieeffizienz und Heizleistung
  2. Umweltfreundlichkeit und Kältemittel
  3. Lautstärke und Betriebsgeräusche

Achten Sie darauf, dass die Wärmepumpe in der Förderliste des BAFA enthalten ist. Darüber hinaus empfiehlt sich das Gütesiegel des europäischen Wärmepumpenverbands EHPA.

Stiebel Eltron Wärmepumpe im Vergleich

Stiebel Eltron gehört zu den führenden Herstellern auf dem Markt. Die Preise für deren Wärmepumpen beginnen bei 8.500 Euro für kompakte Modelle, während leistungsstärkere Geräte bis zu 25.000 Euro kosten können.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpen von Stiebel Eltron erreichen eine Jahresarbeitszahl von bis zu 5, was für diesen Wärmepumpentyp ein ausgezeichneter Wert ist. Auch das Servicekonzept überzeugt: Die Garantie kann auf bis zu 7 Jahre verlängert werden.

Erfahrungen und Tipps aus der Praxis

Praktische Erfahrungen mit Wärmepumpen liefern wertvolle Erkenntnisse für Ihre Entscheidung. Lassen Sie uns die wichtigsten Praxistipps betrachten:

Wärmepumpe im Altbau: Erfahrungsberichte

Das Fraunhofer-ISE hat bei Messungen festgestellt: Selbst im Februar 2021 bei -3,6°C Aussentemperatur erreichten Wärmepumpen in Altbauten eine Effizienz von 2,3. In einem 84 Jahre alten, kaum sanierten Haus mit hohem Heizenergieverbrauch von 210 kWh/(m²a) erzielte eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit neuen Gebläsekonvektoren eine beachtliche Effizienz von 3,0. Bemerkenswert: Der Heizstab musste bei Luft-Wasser-Wärmepumpen durchschnittlich nur für 2,8% der Energiebereitstellung aktiviert werden.

Kombination mit Photovoltaik: Eigenverbrauch erhöhen

Eine Wärmepumpe in Verbindung mit Photovoltaik kann bis zu 70% des Energiebedarfs eines Hauses decken. Die Einbindung funktioniert auf drei Arten:

  • Direkte Verbindung mit dem Wechselrichter über ein Relais
  • Nutzung eines Heizstabs im Warmwasser-Speicher
  • Einsatz eines intelligenten Energiemanagementsystems

Besonders effizient: Die Software-Erweiterung EM Trend, die Wetterprognosen nutzt und Energieflüsse optimal steuert. Der Eigenverbrauch lässt sich mit einer Wärmepumpe um 50% steigern.

Checkliste für die Planung

Achten Sie auf folgende Schlüsselpunkte:

  • Hohe Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3 anstreben
  • Wärmequelle grosszügig dimensionieren (pro kW Heizleistung ca. 40m Erdkollektor oder 20m Sondentiefe)
  • Wärmemengenzähler einbauen lassen
  • Klimafreundliches Kältemittel wählen
  • Leistungsregelung mit Invertertechnik vorziehen

Häufige Fehler vermeiden

Folgende Probleme treten häufig auf:

  • Falsche Dimensionierung der Wärmepumpe (führt zu kurzen Laufzyklen oder Überlastung)
  • Unpassender Warmwasserspeicher (Oberfläche des Wärmetauschers muss zur Leistung passen)
  • Ungenügende Schallberechnung vor Installation
  • Hydraulische Fehler im System
  • Fehlende oder falsche Dokumentation der Vorverbräuche

Durch sorgfältige Planung und fachgerechte Installation vermeiden Sie diese Fallstricke und stellen einen effizienten Betrieb Ihrer Wärmepumpe sicher.

Fazit: So treffen Sie die richtige Entscheidung

Die Wärmepumpe erweist sich zweifellos als zukunftsweisende Heizlösung für nahezu jedes Gebäude. Besonders beeindruckend bleibt die Tatsache, dass moderne Systeme bis zu 75% ihrer Energie kostenlos aus der Umwelt beziehen und dadurch erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten ermöglichen.

Wie wir gesehen haben, bietet jeder Wärmepumpentyp spezifische Vor- und Nachteile. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe überzeugt durch einfache Installation und moderate Anschaffungskosten, während Erdwärmepumpen durch höhere Effizienz punkten. Wasser-Wasser-Systeme liefern zwar die beste Leistung, stellen allerdings auch die höchsten Anforderungen an die örtlichen Gegebenheiten.

Entgegen mancher Vorbehalte funktionieren Wärmepumpen durchaus auch im Altbau effizient. Tatsächlich zeigen Praxiserfahrungen, dass selbst bei niedrigen Aussentemperaturen und in kaum sanierten Gebäuden gute Effizienzwerte erreicht werden können.

Die anfänglichen Investitionskosten erscheinen möglicherweise hoch, dennoch machen staatliche Förderungen von bis zu 70% der förderfähigen Kosten diese Technologie wirtschaftlich attraktiv. Darüber hinaus sinken durch den effizienten Betrieb die laufenden Kosten erheblich.

Besonders vielversprechend gestaltet sich die Kombination mit Photovoltaik oder Solarthermie. Diese Hybridlösungen maximieren den Eigenverbrauch und verbessern die Umweltbilanz zusätzlich.

Unabhängig vom gewählten System sollten Sie auf eine fachgerechte Planung und Installation achten. Die richtige Dimensionierung, passende Heizkörper und regelmässige Wartung stellen sicher, dass Ihre Wärmepumpe langfristig effizient arbeitet und ihre volle Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren erreicht.

Mit diesem Wissen können Sie nun eine fundierte Entscheidung treffen und den Weg zu einer umweltfreundlichen, zukunftssicheren Heizlösung einschlagen. Die Wärmepumpe ist nicht nur eine Technologie der Zukunft – sie ist bereits heute die kluge Wahl für nachhaltiges Heizen.

FAQs

Q1. Wie funktioniert eine Wärmepumpe grundsätzlich? Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) Wärme und gibt diese an das Heizsystem ab. Dabei durchläuft ein Kältemittel einen Kreislauf aus Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen und Entspannen, wodurch aus einer geringen Menge Antriebsenergie ein Vielfaches an Nutzwärme erzeugt wird.

Q2. Welche Wärmepumpenart ist für ein Einfamilienhaus am besten geeignet? Die Wahl hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am einfachsten zu installieren und kostengünstig. Erdwärmepumpen sind effizienter, benötigen aber mehr Platz und höhere Investitionen. Für die meisten Einfamilienhäuser bietet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ein gutes Verhältnis von Kosten und Nutzen.

Q3. Wie hoch sind die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation? Die Gesamtkosten für ein komplettes Wärmepumpensystem inklusive Installation liegen für ein Einfamilienhaus zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind dabei am günstigsten, während Erdwärmepumpen aufgrund der Bohrarbeiten teurer sind. Staatliche Förderungen können die Kosten erheblich reduzieren.

Q4. Kann eine Wärmepumpe auch in einem Altbau effizient arbeiten? Ja, Wärmepumpen können auch in Altbauten effizient sein. Studien zeigen, dass selbst in schlecht gedämmten Häusern gute Effizienzwerte erreicht werden. Wichtig sind eine angepasste Vorlauftemperatur, eventuell ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems und die richtige Dimensionierung der Wärmepumpe.

Q5. Wie lässt sich die Effizienz einer Wärmepumpe steigern? Die Effizienz kann durch verschiedene Massnahmen gesteigert werden: Kombination mit einer Photovoltaikanlage, Nutzung einer Fussbodenheizung oder Niedertemperaturheizkörper, gute Gebäudedämmung und regelmässige Wartung. Auch die Wahl eines klimafreundlichen Kältemittels und eine Leistungsregelung mit Invertertechnik tragen zur Effizienzsteigerung bei.